Start Studieren mit Kind – worauf es zu achten gilt

Studieren mit Kind – worauf es zu achten gilt

Studium und Kind – lässt sich das überhaupt miteinander vereinbaren?

Kind mit Buch auf Bücherstapel
© Foxy_A – Fotolia.com

Alles ist so schön geplant: man freut sich auf ein unbeschwertes Studentenleben, das zwar mit Stress, gerade in den Examensphasen, verbunden ist, aber ansonsten doch gut zu bewältigen ist und auch genügend Raum für die persönliche Entfaltung und den Spaß bietet, der während der Studentenzeit natürlich nicht fehlen darf. Und dann das! Die Nachricht kommt aus heiterem Himmel und sorgt bei den meisten Frauen und Männern erst einmal für Sprachlosigkeit: schwanger! Was wird aus all den schönen Plänen? Kann ich als Frau überhaupt weiterstudieren während der Schwangerschaft? Und was wird später, wenn das Kind auf der Welt ist? Werden wir als Eltern genügend Zeit haben für den Nachwuchs und das Studium? Kommt nicht irgendwas zu kurz? Müssen wir unsere Lebensplanung vollkommen neu überdenken? Fragen über Fragen und leider nur wenige Antworten prasseln auf die jungen Studenten ein, die sich in einer solchen Situation befinden. Doch es gibt eine gute Nachricht: denn Hilfe ist in Sicht, sowohl von Seiten der Hochschulen als auch vom Staat. Es kann sich nach dieser doch nun wirklich wunderschönen Botschaft, dass bald ein neuer Erdenbürger geboren wird, auch mal richtig gefreut werden. Studium hin oder her.

Viele Frauen berichten sogar, dass sie sich bewusst für ein Kind während des Studiums entschieden haben. Manche die Entscheidung für ein Studium sogar erst getroffen haben, nachdem sie wussten, dass sie schwanger sind. Als Grund wird häufig angegeben, dass sie die Zeit der Schwangerschaft und auch die der ersten Lebensjahre des Kindes zusätzlich sinnvoll nutzen möchten. Denn Kindererziehung allein wird meist nicht als besonders erfüllend betrachtet. Die eigene Verwirklichung soll schließlich auch stattfinden. Kommt das Kind dann in die Schule können Eltern mit ihrer Karriere so richtig durchstarten.

Aber egal, ob ein Kind geplant ist oder die Schwangerschaft unverhofft eintritt, eine große Herausforderung ist das Studieren mit Kind in jedem Fall für alle Beteiligten.  Daher sollten sich im Vorfeld einige Dinge sehr bewusst gemacht werden.

Was ist als erstes zu tun? Welche Anlaufstellen gibt es?

Zunächst einmal muss, ohne Lebensberatung betreiben zu wollen, genau überlegt werden, ob Eltern das Kind auch wirklich wollen und sich der Herausforderung gewachsen fühlen. Das hängt nicht zuletzt auch mit dem privaten Umfeld zusammen. Gibt es eine Familie oder gute Freunde, die unterstützen können, zum Beispiel in den heißen Prüfungsphasen eines Studiums oder ist man ganz auf sich gestellt? Ist die Entscheidung für das Kind gefallen, dann hat man die Möglichkeit die folgenden Beratungsangebote der Hochschulen wahrzunehmen:

  • Servicezentren von Hochschulen für Studierende mit Kind (nur bei einigen Hochschulen eingerichtet)
  • Studentenvertretungen wie die AStA und StuRa
  • Studentenwerk (e)
  • Sozialberatungsstellen vom Studentenwerk
  • Akademische Beratungszentren
  • Frauenbeauftragte
  • Gleichstellungsbüros

 

Dort bekommen Eltern alle weiterführenden Informationen, die wichtig sind für die spätere Kinderbetreuung, den Studienverlauf und die finanzielle Unterstützung vom Staat.

Bei der Kinderbetreuung bieten viele Universitäten Kitas im Studentenwerk und Einrichtungen in der Nähe an. Das Angebot hat sich in den letzten Jahren stark verbessert und doch sind die Wartelisten oft sehr lang und es fehlen vor allem Plätze für Kleinkinder unter 3 Jahren. Hier ist also schneller Handlungsbedarf seitens der Eltern gefragt, je eher das ungeborene Kind angemeldet wird, umso größer die Chancen auf einen Betreuungsplatz. In manchen Hochschulen sind auch Mutter-Kind-Räume mit Spielsachen, Wickeltisch und Betten eingerichtet, die Studierende zur Kinderbetreuung nutzen können. Diese werden besonders gern und häufig genutzt, wenn Kinder mit in die Vorlesung genommen werden, was durchaus üblich ist und auch von Kommilitonen und Dozenten unterstützt wird, wenn die Lärmbelästigung nicht allzu groß ist. Wie beschrieb eine junge Studentin und Mutter die Situation jüngst in einem Erfahrungsbericht: „Ich kann auch zuhören und den Ausführungen des Professors folgen, wenn ich mein Kind auf dem Arm habe.“ Wer diese Möglichkeit für sich jedoch nicht in Betracht ziehen möchte, der kann auf Tagesmütter zurückgreifen, die vom Jugendamt bezuschusst werden. Der Antrag muss beim Amt direkt gestellt werden und die Höhe der Bezuschussung richtet sich nach den Einkommensverhältnissen der frischgebackenen Eltern.