Start Ein Studienplatztausch ist machbar, aber mit Hürden verbunden

Ein Studienplatztausch ist machbar, aber mit Hürden verbunden

Biete Göttingen, nehme München – wenn die Wunsch-Uni in weiter Ferne ist

Ausschnitt PC-Tastatur. Enter- Button mit Wecker und Text Zeit für Veränderung
© maxkabakov – Fotolia.com

Das Glück darüber einen Studienplatz ergattert zu haben, weicht in manchen Fällen schnell der Ernüchterung, wenn man erfährt, wohin einen ZVS/Hochschulstart schicken. Das kann viele Gründe haben wie der finanzielle Background, der es einem nicht erlaubt außerhalb des Elternhauses zu wohnen oder der Partner ist durch den Wohnortwechsel plötzlich hunderte Kilometer von einem entfernt.

Auch gibt es die Tauschwilligen, denen die Stadt oder die Hochschule an sich nicht gefällt. Es kann auch die Situation auftreten, dass sich während des Studiums herausstellt, dass der aufkommende Spezialisierungswunsch in eine bestimmte Fachrichtung nicht möglich ist an der Uni, an der man sich zurzeit befindet. Was es auch ist, man muss nicht gleich in Verzweiflung ausbrechen, denn der Tausch eines Studienplatzes ist durchaus möglich und leichter als gedacht. Allerdings muss sich vorab genau informiert werden, unter welchen Voraussetzungen. Die wichtigste ist, dass ein Tauschpartner gefunden werden muss, der den gleichen Studiengang und das gleiche Semester belegt.

Außerdem ist ein Studienplatztausch im 1. Semester oft sehr schwierig und wird von vielen Unis verboten. Ein weiteres unablässiges Must-Do ist, sich über die gültige Prüfungsordnung an den bevorzugten Hochschulen zu informieren, nicht dass es nach dem vollzogenen Tausch böse Überraschungen gibt hinsichtlich der Anrechnung von Fächern und Scheinen. Diejenigen, die meinen, einen Studienplatztausch vornehmen zu wollen, um sich die Möglichkeit neuer Prüfungstermine „zu erschleichen“, weil sie an ihrer alten Uni die Prüfungen verhauen haben, denen sei gesagt, dass dies nicht so einfach machbar ist.

Scheine, Zwischenexamen, Prüfungen etc. müssen in der Regel bestanden worden sein, bevor es zu einem Tausch kommt. Denn wie bereits erwähnt, beide Tauschpartner müssen auf einem Level sein. Ausnahmen gibt es selbstverständlich auch hier wie überall im Leben, diese sind den entsprechenden Prüfungsordnungen der Universitäten zu entnehmen. Es gilt aber grundsätzlich, ist ein Prüfungsanspruch einmal verloren, wird dieser durch einen Studienplatztausch nicht automatisch wieder in Kraft gesetzt. Ferner gilt, dass das Tauschen nicht zu jedem Zeitpunkt und in jedem Semester erfolgen kann. Fristen und Termine sollten also im Studentensekretariat der eigenen Universität und der Wunsch-Uni erfragt werden.

Wechselwillige müssen früh aktiv werden

Einen Studienplatztausch auf den letzten Drücker vorzunehmen ist keine gute Idee. Man sollte mindestens ein halbes Jahr vor dem Wechseltermin aktiv werden. Dafür bieten sich die Online-Tauschbörsen an, aber auch Aushänge in den Unis oder eine Nachfrage in den Sekretariaten, denn einige Hochschulen betreiben Partnerprogramme mit anderen Instituten. Der erfolgversprechendste Weg ist aber eine kostenlose Anzeigenanschaltung in einer der Online-Börsen, auch kann man dort selbst auf die Suche nach einem Tauschpartner gehen. Die Systeme sind gut aufgebaut und strukturiert nach Hochschulen, Studienfächern und Wohnorten.

Ist ein Partner gefunden, muss ein entsprechendes Formular ausgefüllt werden, das es online auf vielen Webseiten zum Downloaden gibt. Dort müssen die Gründe für den Wechselwunsch, der Studiengang und alle studienrelevanten Informationen von beiden Parteien eingetragen werden. Das Formular wird danach bei der Hochschulverwaltung eingereicht. Erst, wenn alles unter Dach und Fach ist, sollte man sich mit einem Umzug und der damit verbundenen Kündigung der Wohnung etc. befassen, denn das Internet ist voll von Erfahrungsberichten, über Tauschpartner, die in letzter Minute abgesprungen sind. Daher wird auch eine ausreichende Vorlaufzeit empfohlen, denn nicht gleich der erste Wechselwillige ist auch der Richtige.