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Berufseinstieg für Akademiker

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Der Berufseinstieg fällt Absolventen bestimmter Studiengänge leichter als anderen © denisismagilov_Fotolia.com

Die finale Abschlussarbeit steht an oder ist bereits abgegeben? Dann stehen Studierende kurz vor dem Berufseinstieg. Je nachdem, ob das Studium auf den Berufseinstieg vorbereitet hat und ob bereits praktisch in einem relevanten Berufszweig gearbeitet wurde, fallen die Entscheidungen für die Zukunft leichter oder schwerer. Damit der Berufseinstieg möglichst reibungslos verläuft, ist die Planung der Zeit nach dem Studium unumgänglich. Dieser Artikel soll Tipps für den Berufseinstieg geben, Möglichkeiten aufzeigen und angehenden Akademikern als Entscheidungshilfe dienen.

Berufsaussichten von Akademikern im Jahre 2018

Die gute Nachricht vorweg: Mit einem Hochschulabschluss gelingt der Berufseinstieg und das Fuß fassen auf dem Arbeitsmarkt insgesamt einfacher. Laut der aktuellen statistischen Studie der Bundesagentur für Arbeit sind nur 4% der Absolventen 18 Monate nach der akademischen Ausbildung als arbeitslos gemeldet. Außerdem haben Übergangstätigkeiten wie Praktika oder Jobben keinen Einfluss auf den Berufseinstieg. Zehn Jahre nach dem Abschluss sind Akademiker nach Zahlen des Hochschul-Informations-Systems (His) quasi vollbeschäftigt. Somit ist Arbeitslosigkeit nach dem Studium nur ein Übergangsphänomen.

Diese Berufseinsteiger haben es besonders leicht

Entgegen der herrschenden Meinung, dass ein Abschluss der Fachhochschule weniger wert als der Universitätsabschluss sei, ziehen immer mehr Arbeitgeber Bewerber von der FH vor. Praxisnähe und berufsbegleitende Ausrichtung sind die Gründe dafür. Des Weiteren haben Ingenieure einen großen Vorteil beim Berufseinstieg. Die Ingenieurswissenschaften sind durch den demographischen Wandel der deutschen Gesellschaft stark betroffen. Mittlerweile geht etwa jeder fünfte Ingenieur in den Ruhestand, sodass der Wirtschaft nicht ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Nachfrage nach Maschinenbauern sowie Wirtschafts- und Elektroingenieure ist besonders groß.

Das Wunschbild vom Direkteinstieg

Nach dem Studium haben die meisten Ex-Studierenden eine bessere Vorstellung von Branchen, deren Tätigkeitsfeldern und praktischen Jobs. Dies gilt zumindest, wenn an einer Hochschule mit Fokus auf angewandte Wissenschaft studiert wurde. Nichtsdestotrotz betrifft einen Großteil der Universitätsabsolventen eine Unsicherheit bezüglich der Berufswahl, da viele Studiengänge theoretisch ausgelegt sind und nicht jeder neben dem Studium als Werkstudent bereits praktische Berufserfahrungen sammelt.

Gleichzeitig ist ein direkter Berufseinstieg vor allem bei Absolventen eines geistes- oder sozialwissenschaftlichen Studiengangs zunehmend unwahrscheinlicher, denn im Gegensatz zu Akademikern mit einem technischen Abschluss sind Unternehmen, Organisationen oder sonstige Einrichtungen nicht händeringend auf der Suche nach Geisteswissenschaftlern, da das Angebot die Nachfrage übersteigt. Die Arbeitslosenquote der Sprach- und Kulturwissenschaftler liegt bei überdurchschnittlichen 9% nach 18 Monaten seit Bestehen der Abschlussprüfung.

Daher ist ein Direkteinstieg im Traumjob nicht garantiert – nutzen Sie Praktika, Volontariate und Traineeships, wenn Ihnen kein Direkteinstieg in Aussicht ist, um Erfahrungen zu sammeln. Sofern Ihr Studiengang eher theoretischer Natur war, profitieren Sie in Ihrer persönlichen Entwicklung durch den praktischen Einsatz enorm und füllen überdies Ihren Lebenslauf. So verleihen Sie Ihrer Vita einen Charakter und erhöhen die Wahrscheinlichkeit bei späteren Bewerbungen, die Ihnen wirklich am Herzen liegen, angenommen zu werden.

Berufseinstieg: Berufe und Stellen identifizieren

So unterschiedlich wie die Wirtschaftszweige und Branchen am hochtechnisierten Standort Europa sind, verhält es sich genauso bei der individuellen Stellensuche. Wer zum Beispiel Jura studiert hat, ist bei der Jobsuche in einer günstigen Situation: Das abgesteckte Berufsfeld lässt nämlich wenig Spielraum in puncto Diversität der Tätigkeiten zu und unterscheidet sich lediglich inhaltlich. Die Stellensuche beschränkt sich hierbei auf klar identifizierbare Arbeitgeber und die Karriere ist einschätzbar.

Aber wer beispielsweise in der Kreativbranche tätig werden will, wird von der schieren Vielfalt an Berufen fast erschlagen. Medienproduktion, Journalismus, Marketing, IT und Datenanalyse sind nur einige Richtungen der interdisziplinären Kreativarbeitswelt, in die Sie bei der Jobsuche recherchieren können. Um ein Gefühl für die Berufe und die Karriereaussichten zu entwickeln, hilft der Blick in Online-Stellenanzeigen, weil diese die Branche realistisch widerspiegeln. Da mehr als 20% der Unternehmen ihre Stellenanzeigen noch in Printmedien veröffentlichen, sind Zeitungen und entsprechende Magazine nicht zu vernachlässigen. Sofern Interesse an einem Beruf besteht, sollten Sie sich telefonisch an die Personaler wenden, denn Unternehmenskultur, Inhalte und Prozesse sind aus den meisten Stellenanzeigen nicht herauslesbar. Nur im direkten Gespräch lässt sich ein Traumjob entdecken.