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WG-Suche – Vorgehensweise und Do´s & Dont´s bei der Besichtigung

Schild Zimmer frei für Student

© Jan Engel – Fotolia.com

Studienbeginn – Eine Unterkunft muss her!

Die WG-Suche ist eine der wichtigsten Angelegenheiten im Vorfeld eines Studiums, insbesondere dann, wenn man zum Studieren in eine fremde Stadt zieht. In Städten wie Hamburg, Berlin, München oder Köln – aber auch in allen anderen deutschen Städten – gibt es unzählige Wohngemeinschaften und die Fluktuation ist relativ hoch. Unter gewissen Umständen kann sich gerade das Finden einer Wohnung oder einem Zimmer gerade in den Großstädten  jedoch als schwierig gestalten, denn in diese Städte zieht es besonders viele Menschen zum Studieren, Leben und Arbeiten. Mit unseren Tipps für die WG-Suche fällt es leichter, eine neue Bleibe zu finden.

Vorgehensweise – So geht man die Suche richtig an

Wie bei vielem im Leben, kann es auch dann hilfreich sein nach einem Plan vorzugehen und sich genügend Zeit zu nehmen, wenn man ein neues Zuhause finden möchte. Essentiell ist es dabei, bereits im Vorfeld einige grundlegende Dinge festzulegen, die bei der Entscheidung für oder gegen eine Unterkunft mit ins Gewicht fallen sollen.

  1. Die Ansprüche: Ehe man konkret mit der Wohnungssuche starten kann, sollte man sich zunächst einmal seinen Ansprüchen und Möglichkeiten gewahr werden. Dazu zählt es vor der WG-Suche in erster Linie, ein monatliches Budget für Miete, Neben- und Lebenshaltungskosten festzulegen. Kann man dieses Budget aus eigener Tasche stemmen? Leisten die Eltern finanzielle Unterstützung? Reicht das BAföG dazu aus? Will man einen Job annehmen? Diese Fragen, bzw. die Antworten darauf, sollten bei dieser Grundlage beachtet werden. Anschließend sollte man überlegen, wie wichtig der Standort der neuen Wohnung ist – möchte man mitten in der Stadt wohnen? Soll die Unterkunft nahe bei der Uni gelegen sein? Würde man aus Kostengründen auch in einen Vorort ziehen und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen? Nachdem die Ansprüche und Möglichkeiten geklärt sind, kann man dann endlich mit der konkreten Suche beginnen.
  2. Die Quellen: Wohnungen für Studenten werden an verschiedenen Stellen ausgeschrieben, zu den populärsten zählen dabei das Schwarze Brett direkt an der Hochschule, Lokalzeitungen und natürlich das Internet. Die wahrscheinlich beliebteste Anlaufstelle im World Wide Web ist WG-gesucht.de. Dort kann man selbst kostenlos eine Annonce aufgeben aber auch nach verschiedenen Kriterien (z.B.  Anzahl der Mitbewohner, Ausstattung der Unterkunft, Größe des Zimmers, Balkon/Terrasse/Garten, Raucher- /Nichtraucher-Appartement, etc.) die Angebote durchstöbern. Der Vorteil von solchen Internetportalen, bei denen man sich kostenlos registrieren kann, liegt generell darin, dass gleichzeitig auch Bilder angesehen werden können, nach denen man ein Angebot überhaupt erst infrage kommen lassen – oder es wohlmöglich auch sofort verwerfen kann. Diese Möglichkeit besteht bei Inseraten in der Zeitung oder am Schwarzen Brett nicht. Erfahrungsgemäß melden sich auf Zeitungsinserate jedoch weniger Mitbewerber als auf Ausschreibungen im Internet. Somit ist hier die Chance größer, die Wohnung oder das Zimmer tatsächlich zu bekommen.
  3. Auswahl treffen & Kontakt aufnehmen: Nachdem Durchforsten der Inserate und Angebote gilt es dann, eine erste Auswahl zu treffen und zu den Wohnungsbesitzern/Vermietern/potentiellen Mitbewohnern Kontakt aufzunehmen, etwa per Telefon oder E-Mail. Hier empfiehlt sich jedoch ein direkter Anruf, da elektronische Post nicht selten ignoriert oder übersehen wird. Beim Telefonat können weitere Details erfragt werden und man kann bereits einen Eindruck von sich selbst vermitteln. Abschließend wird ein Besichtigungstermin vereinbart. Kommt man von weiter her nach Hamburg, Berlin, Köln oder München, ist es natürlich ratsam, gleich mehrere Termine an einem Tag oder an einem Wochenende zu vereinbaren. Dabei sollte man darauf achten, dass sich die jeweils nacheinander besichtigten Wohnungen auch in einer gewissen räumlichen Nähe zueinander befinden, damit die Zeit beim Besichtigen nicht allzu knapp wird.
  4. Die Besichtigung: Am Tag der Besichtigung der Wohnungen und Zimmer sollte man sich auf jede Menge Fragen einstellen – die gestellt werden und die man selbst stellen möchte. Zudem kann es in den Großstädten möglich sein, dass man zur Besichtigung Schlange stehen muss – in einer Reihe von bis zu 100 anderen Mitbewerbern. Beim Umsehen selbst sollte man dann einerseits auf technische Details achten: Sind die Fenster gut isoliert? Ist die Wand frisch gestrichen? Gibt es versteckte Makel? Gibt es einen Hausmeisterservice im Haus? Darüber hinaus sollte man natürlich binnen der paar Minuten, die nur genutzt werden können, einen kleinen Eindruck von den Mitbewohnern gewinnen – sind sie sympathisch? Sitzt man auch mal Abends bei einem Bier zusammen? Schließlich sollte man sich selbst auch von seiner Schokoladenseite zeigen und etwa von Kochkünsten oder einem (nicht zu übertriebenen!) Hang zur Ordentlichkeit berichten. Während der Besichtigung sollte man sich Notizen zum WG-Zimmer machen und auch Fotos können nichts schaden. Abschließend auf jeden Fall die Nummer hinterlassen, damit der Umzug nicht daran scheitert, dass man nicht erreicht werden konnte!
  5. Die Nachbereitung: Nach den Besichtigungen gilt es dann,  alle Daten und Fotos noch einmal in Ruhe anzusehen. Gegebenenfalls kristallisieren sich dann noch einmal Favoriten heraus – oder man streicht das ein oder andere WG-Zimmer doch noch einmal von der Liste, weil man in diesem Bezirk nicht wohnen möchte oder die Mitbewohner doch nicht so nett waren. Dann gilt es, die Rückmeldung der Anbieter abzuwarten – und bestenfalls, bald den Mietvertrag zu unterschreiben.

Do’s bei der Wohnungssuche und den Besichtigungen

  • Nie alleine zur Besichtigung gehen, eine Begleitung bietet nicht nur Unterhaltung bei Wartezeiten, sondern auch Hilfe, indem vielleicht auch Dinge sieht, die man selbst im Eifer des Gefechts übersehen hat.
  • Bei der Besichtigung sollte man sich auch schonmal vorstellen, wie man in der Umgebung wohnen will – und ob man das Zimmer tatsächlich mieten will. Breitet sich ein wohliges Gefühl aus – Daumen für den Zuschlag drücken. Ist man eher zweifelhaft oder hat ein schlechtes Gefühl – Finger weg und Tschüss!
  • Die Wohnungssuche oder WG-Suche sollte man möglichst zeitig angehen. Unmittelbar vor Semesterbeginn, insbesondere vor dem Wintersemester, sind viele andere Studenten mit dem gleichen Anliegen unterwegs. Wer schon im Sommer oder mitten im Semester umzieht, hat bessere Chancen schneller eine Wohnung zu finden.
  • Bei der Besichtigung: Nett, gepflegt und kommunikativ auftreten. Aber niemals übertreiben!
  • Einfach natürlich bleiben!

Dont’s bei der Wohnungsbesichtigung:

  • Niemals mit der ganzen Familie auflaufen: Das erweckt den Eindruck, man sei nicht selbstständig.
  • Nicht zu dick auftragen mit der eigenen Begeisterung, nicht zu offenkundig Ablehnung gegenüber der Umgebung zeigen („Eigentlich wollte ich ja woanders studieren“ * naserümpf *) und nicht mit irgendetwas prahlen!
  • Sich nicht über Putzdienste im Haus beschweren (zum Beispiel regelmäßiges Treppenputzen im Flur)
  • Nicht die nächstbeste Bude nehmen, wenn das Wg-Zimmer nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.