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Studentendarlehen

Die Alternative zum Kredit

Geldhahn eines Studenten

© K.-U. Häßler – Fotolia.com

Ein Studentendarlehen bieten eine sehr gute Alternative zu den verschiedenen Kreditmöglichkeiten, die auch an Studierende vergeben werden. In vielen Fällen bieten die Studentendarlehen sogar viele Vorteile gegenüber diesen, wenngleich sie immer noch mit Bedacht beantragt werden sollten. Zu den wesentlichen Merkmalen solcher Darlehen zählen einem monatliche Auszahlung, eine vergleichsweise lange Laufzeit und eine vergleichsweise lange Tilgungszeit, die sogar an die beruflichen Gegebenheiten der (dann ehemaligen) Studenten angepasst werden können. Die Studentendarlehen eignen sich insbesondere für solche Studierende, die ihr Studium nicht aus eigener Tasche oder mit anderen Förderungsmitteln finanzieren können.

Welche Arten von Darlehen für Studenten gibt es?   

Die wahrscheinlich bekannteste Finanzierung kann gemäß Bundesausbildungsförderungsgesetz erfolgen und ist gemeinhin als BAföG bekannt. BAföG wird in einer maximalen Höhe von 670 € pro Monat bewilligt und ausgezahlt. Die Bewilligung im Generellen und die Höhe der letztlichen Auszahlung wird jedoch vom eigenen Einkommen, eigenem Vermögen und in erster Linie vom Einkommen und Vermögen der Eltern abhängig gemacht. Die Hälfte des BAföG versteht sich als zinslose Förederung, die zurückgezahlt werden muss, die andere Hälfte versteht sich als staatliche Förderung. 4,5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer beginnt die Tilgung des Darlehens. Es müssen maximal 10.000 € zurückgezahlt werden, die Raten werden dabei ausgehend vom Einkommen berechnet und liegen bei mindestens 105 € pro Monat. Die Dauer der Rückzahlung kann sich dabei über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren erstrecken. 643.578 Studierende haben 2011 in Deutschland BAföG bezogen (Quelle Statista).

Neben der bekannten Förderung durch den Staat gibt es heute jedoch eine ganze Reihe von anderen Möglichkeiten für Studierende, eine Finanzierung zu beantragen, zum Beispiel bei Kredit- oder unabhängigen Gesellschaften. Generell kennzeichnen sich diese Studentendarlehen durch eine monatliche Auszahlung in einer Höhe von bis zu 800 €, niedrige Zinsen und eine maximale Dauer der Auszahlung von 60 Monaten. Die Zinsen könne variabel sein und im Laufe der Zeit immer wieder angepasst werden, sie werden auf die Gesamtsumme angerechnet. Die Tilgung setzt ein Jahr nach dem Studium ein und kann bis zu 12 Jahre in Anspruch nehmen. Auch hier werden die monatlichen Tilgungsraten an das Einkommen der (ehemaligen) Studenten angeglichen.


Voraussetzungen zur Beantragung eines Studentendarlehen

Die wichtigste Voraussetzung, damit Studierende eine solche Finanzierung beantragen können ist, dass sie tatsächlich zu einem Studium an einer deutschen, staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben sind. Dazu muss bei der Antragsstellung eine aktuell gültige Immatrikulationsbescheinigung vorgelegt werden. Bei einigen Anbietern ist es zudem, wie bei einem Kredit auch, erforderlich, dass ein Einkommensnachweis erbracht wird. In der Regel wird das Geld zur Finanzierung eines Studiums eingesetzt, der Verwendungszweck ist jedoch nicht festgelegt. Und so kann eine Bank diesen Nachweis einfordern, um eine frühzeitige Tilgung absichern zu können. Da die Tilgung in der Regel jedoch erst nach dem Studium aufgenommen wird, ist ein solcher Nachweis häufig nicht erforderlich. Dennoch verlangen manche Anbieter die Benennung und Unterschrift eines Bürgen, der im Zweifelsfall – und bei einem Ausfall des Studenten – die Rückzahlung übernehmen kann.

An persönlichen Voraussetzungen sollte man darüber hinaus das Bewusstsein mitbringen, dass das Darlehen nur über einen Zeitraum von 5 Jahren ausgezahlt wird. Tendeleien im Studium sind deshalb nicht zu empfehlen, sonst kann das Geld gegen Ende der Studienzeit sehr knapp werden.

Was muss ich beachten?

Zum einen sollte man sich bei einem Studentendarlehen im Vorfeld überlegen, wie hoch die ausgezahlten Raten tatsächlich sein sollten. Dazu kann man Studiengebühren, Miet- und Lebenshaltungskosten, Lernmaterialien sowie auch Freizeitkosten mit in die Berechnung einbeziehen. Die monatlichen Auszahlungs-Raten sollten so gewählt werden, dass man bequem davon leben kann – aber nicht Geld im Überfluss vorhanden sein. Denn je höher die Auszahlung ist, umso mehr Zinsen fallen an – und umso höher fällt später die Tilgung für die Studierenden aus.

Zudem sollte man es in Betracht ziehen, das Studentendarlehen als Ersatz für das Einkommen aus einem Job zu verwenden. So kann man sich voll aufs Studium konzentrieren und es in der Regelstudienzeit durchziehen. Die maximale Zeit des Bezugs dieser Studienfinanzierung liegt bei 5 Jahren, das entspricht in vielen Studiengängen exakt der Dauer eines Bachelor- und eines sich unmittelbar anschließenden Masterstudiums.

Ebenfalls sollte man bedenken, wie hoch die Chancen stehen, einen guten Job zu bekommen, mit dessen Einkommen die Tilgungsraten zu bewältigen sind. Die Tilgung wird ein Jahr nach Studienende aufgenommen – egal, ob man dann bereits einem Job nachgeht oder nicht. Vor Abschluss des entsprechenden Vertrags sollte man das Studienvorhaben und das jeweilige Fach – sowie auch sich selbst – deshalb einer kritischen Prüfung unterziehen, damit die Tilgung auf jeden Fall gewährleistet werden kann.

Wer Zweifel an späteren Karrierechancen hat, der kann auch eine Kreditversicherung abschließen, die jedoch extra gezahlt werden muss. Sie kann dann in Anspruch genommen werden, wenn die Tilgungsraten etwa wegen Krankheit, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit nicht geleistet werden können. So muss der Bürge nicht belangt werden, die Raten werden dennoch weiterhin gezahlt.

Zudem sollte auf begrifflicher Ebene beachtet werden, dass die Bezeichnungen Studentenkredit und Studentendarlehen häufig synonym verwendet werden – wenngleich sich feine Unterschiede herausstellen lassen.

Vergleich verschiedener Möglichkeiten von Studentendarlehen

Der Bildungsfonds von CareerConcept sieht eine mögliche monatliche Höchstrate von bis zu 1.000 € vor. Damit Studenten eine solche Finanzierung gewährt wird, müssen sie sich jedoch einem Auswahlverfahren unterziehen.

Der Studentenkredit der Deutschen Bank umfasst 200 € (monatlich) in den ersten beiden Semestern, danach bis zu 800 € pro Monat, im Falle einer sehr langen Förderung 500 € pro Monat. Bei Antragsstellung dürfen die Studenten nicht älter als 29 Jahre alt sein, müssen einen Studienplan mit Leistungsnachweisen vorlegen und sich einer Bonitätsprüfung unterziehen.

Der Festo-Bildungsfonds wird in einer Höhe von 800 € monatlich ausgezahlt, richtet sich aber nur an Studenten der technischen oder ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge im Master oder während einer Promotion. Wer noch im Bachelor Studium ist, kann sich mit „nachweislich guten Prüfungsleistungen“ ebenfalls bewerben. Bewerber müssen sich jedoch generell einem Auswahlverfahren unterziehen.

Fazit:

Die Begriffe Studentenkredit und Studentendarlehen werden häufig – auch von den Finanzinstituten – gleichbedeutend verwendet. Damit man sich jedoch um ein echtes Darlehen bewerben kann, sollte man auf niedrige Zinsen, eine monatliche Auszahlung und eine Rückzahlung, die erst nach Abschluss des Studiums einsetzt, achten. Denn darin liegen die Vorteile echter Darlehen gegenüber den Krediten. Auch BAföG kann dabei als eine solche Finanzierungsart betrachtet werden, die viele Vorteile mit sich bringt. Allerdings ist die Gewährung dieser Förderung vom Einkommen der Eltern abhängig.