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Masterstudiengang – eine akademische Ausbildung mit vielen Facetten

Nicht für jeden macht ein Master Sinn

Student und Studentin mit Laptop vor einer Tafel

© contrastwerkstatt – Fotolia.com

Erst einmal zur grundsätzlichen Erklärung, da es seit 2010 in der Welt der Hochschulen und Studiengänge einige einschneidende Veränderungen gegeben hat: ein Master ist ein akademischer Grad, den Studierende erwerben können, nachdem sie ein Grundstudium absolviert haben, den sogenannten Bachelor. Dieser ist Voraussetzung, um überhaupt an einem Masterstudium teilnehmen zu können. Die Dauer eines Masterstudiums beträgt in der Regel 2-4 Semester und dient der beruflichen Spezialisierung oder dem Ausbau einer wissenschaftlichen Karriere. Nur wer diese Ziele anstrebt, sollte sich ernsthaft mit dem Gedanken an einen Masterstudiengang beschäftigen. Denn wer gar nicht so genauso weiß, ob er in der Wissenschaft bleiben möchte oder ob er sich in seinem gewünschten Berufsfeld spezialisieren möchte, der sollte besser den direkten Einstieg ins Berufsleben zur Orientierung wählen. Den Abschluss eines Masters kann man später immer noch machen zum Beispiel mit einem Dualen Masterprogramm, das Beruf und Studium miteinander verbindet. Aber nur um erst mal weiter zu studieren oder sich die Frage zu beantworten, welcher Beruf ist eigentlich der Richtige für mich, ist der Master absolut nicht geeignet. Studenten sollten sich im Vorfeld genau darüber im Klaren sein, was sie später mit Ihrem Abschluss anfangen möchten.

Konsekutive und weiterbildende Studiengänge – bitte was?

In Deutschland wird unterschieden in konsekutive Masterstudiengänge und einem weiterbildenden Studiengang. Ersterer baut auf einem zuvor absolvierten speziellen Bachelorstudiengang auf. Er dient entweder der fachlichen Fortführung oder Vertiefung, kann aber auch eine Fachübergreifung beinhalten, dabei muss aber der Fachzusammenhang zum Bachelor bestehen. Für die zweite, weiterbildende Variante müssen Interessierte nach ihrem Studium mindestens 1 Jahr beruflich tätig gewesen sein. Denn bei dieser Form des Masters wird Bezug genommen auf die beruflichen Erfahrungen und die Praxis erfährt eine Ergänzung durch die wissenschaftliche Vertiefung der Thematik. Von den Anforderungen her, gibt es keine Unterschiede zwischen einem konsekutiven und einem weiterbildenden Studiengang. Außerdem führen sie zum gleichen Qualifikationsniveau und identischen Berechtigungen.

Die Karriereleiter schneller erklimmen mit einem Master

Wer sich für einen der zahlreichen Masterstudiengänge entscheidet, der tut dies um wissenschaftlich zu arbeiten, sein fachspezifisches Wissen zu vertiefen oder sich neues Wissen aus einem anderen Bereich anzueignen. Generell haben aktuelle Gehaltreports ergeben, dass Arbeitnehmer mit einem Masterstudium später schneller erfolgreich in vielen Firmen sind, als diejenigen, die im selben Sektor arbeiten und diese Qualifikation nicht haben. Damit einher geht selbstverständlich auch die finanzielle Entlohnung, so dass es oftmals auch zu Gehaltsunterschieden kommt. Und dies nicht erst mit der Erreichung einer höheren Position, sondern schon beim Einstiegsgehalt im ersten Job nach dem weiterführenden Studium an einer Universität.

Es gibt allerdings auch die Berufsgruppen, die keine Entscheidungsfreiheit haben, hinsichtlich Master ja oder nein, denn sie sind gezwungen einen Master zu machen, um überhaupt in ihrem Wunschberuf arbeiten zu können. Dies gilt für Lehrer und den höheren öffentlichen Dienst genauso wie für Wissenschaftler, die oft ohne Promotion in den meisten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der großen Unternehmen nicht eingestellt werden.

Abschlüsse und deren Bezeichnungen beim konsekutiven Master

Die verschiedenen Abschlüsse, die in Deutschland erworben werden können, sind für viele Studenten und auch deren spätere Arbeitgeber noch recht neu und ungewohnt. So haben jüngste Umfragen ergeben, dass beim Lesen eines Lebenslaufs die Personalverantwortlichen in vielen Unternehmen zum Beispiel die Abkürzung B.A. mit Berufsakademie assoziieren und nicht mit dem Bachelor of Arts. Für beide Seiten gilt also, sich umfassend zu informieren und sich mit den Bedeutungen der zahlreichen Abschlüsse vertraut zu machen. Eine kurze Übersicht für den konsekutiven Master soll dabei helfen:

  • Wer seinen Abschluss in Sprach- und Kulturwissenschaften, Sportwissenschaften, Sozialwissenschaften oder Kunstwissenschaften macht, der darf sich später mit dem Titel Master of Arts (M.A.) schmücken.
  • Die gestalterischen und künstlerischen Studiengänge bringen die sogenannten Master of Fine Arts (MFA) hervor.
  • In den Naturwissenschaften, der Mathematik und Medizin sowie den Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften gibt es den Master of Science (M.Sc.).
  • Bei den Wirtschaftswissenschaften richtet sich die Bezeichnung nach der inhaltlichen Ausrichtung des Studiums und es findet eine Unterteilung in Master of Arts (B.A.) und Master of Science (M.Sc.) statt.
  • Ingenieurwissenschaftler dürfen sich Master of Engineering (M.Eng.) nennen.
  • Rechtswissenschaftler hingegen heißen Master of Law (LL.M.)
  • Und wer auf Lehramt studiert, der ist ein Master of Education [M.Ed.]

Viele Bundesländer und leider auch viele verschiedene Varianten und Voraussetzungen

Studierende haben die Möglichkeit, sich in ganz Deutschland nach einem passenden Masterstudiengang umzuschauen. Der Umzug in ein anderes Bundesland kann schön und spannend sein, man lernt neue Menschen kennen und erweitert seinen Horizont. Doch so wunderbar vielfältig Deutschland mit seinen 16 Bundesländern auch ist, müssen sich Studenten auf unterschiedliche Studiengänge und Zulassungsvoraussetzungen einrichten bei der Suche nach einem geeigneten Studienplatz. Sogar der Aufbau und die Dauer eines Masterstudiums können von Land zu Land variieren. Daher empfiehlt es sich sehr, genaue Erkundigungen einzuholen und detaillierte Recherchen anzustellen, bevor man sich für eine Bewerbung an einer Universität entschließt.

Wichtig ist auch zu wissen, dass man sich schon bei seinem Bachelor um einen guten Abschluss bemühen sollte, denn fällt dieser schlecht aus, kann es durchaus passieren, dass das das Ende weiterer Studienträume bedeutet. Denn Masterstudiengänge sind als weitere Qualifizierung für wissenschaftlich Begabte gedacht. Allerdings gibt es Ausnahmeregelungen wie beispielsweise bei den Berufen, die nicht ohne einen Masterstudiengang ausgeübt werden können wie es bei Lehrern der Fall ist. Generell bestimmen die Hochschulen die Akkreditierungsbestimmungen selbst, so dass sich am besten an die Studienleitung einer Universität gewandt wird, damit man verlässliche Informationen bekommt, ob man mit seinem Abschlusszeugnis vom Bachelor zugelassen wird.

Welche Hochschule ist die richtige und welche Fachbereiche gibt es?

Universitäten sind Hochschulen in denen sämtliche wissenschaftliche Themen gelehrt werden. Diese setzen sich zusammen aus

  • Agrar- und Forstwissenschaften
  • Gesellschafts- und Sozialwissenschaften
  • Ingenieurswissenschaften
  • Lehramtsstudiengänge
  • Medizin und Gesundheitswesen
  • Naturwissenschaften und Mathematik
  • Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
  • Sprach- und Kulturwissenschaften

 

Zu den Universitäten dürfen sich aber auch Pädagogische Hochschulen, Technische Universitäten, Sporthochschulen, Hochschulen der Kirche, Musikhochschulen, Akademien der Künste und die Universitäten der Bundeswehr zählen.

Bevor man sich nun für eine bestimmte Universität entscheidet, muss man sich für einen der oben genannten Fachbereiche oder eine der spezialisierten Hochschulen entscheiden. Ist dies geschehen, können für die Auswahl Kriterien wie die Größe der Uni, die Anzahl der Studenten und die Attraktivität der Stadt in Betracht gezogen werden. Kleinere Institute haben den Vorteil, dass sie nicht so überlaufen sind und der einzelne an Bedeutung gewinnt, aber den Nachteil von kleineren Bibliotheken und einer geringeren Anzahl an Fächern zur Wahl. In größeren Unis regiert oft die Anonymität und der Kontakt zu den Dozenten ist meist nicht so intensiv. Grundsätzlich gilt aber, dass in Deutschland keine Universität so schlecht ist, dass man nicht einen vernünftigen Abschluss machen kann.

Wer dennoch eine Entscheidungshilfe benötigt, der kann sich an dem Qualitätssiegel der Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS) orientieren. Diese Bewertungen beziehen sich auf die Hochschule selbst und die Programme. Mit diesem Siegel sollen die verschiedenen Masterstudiengänge international vergleichbar und transparent gemacht werden.

Eine sehr gute, und bei Unternehmen gern gesehene, Alternative zum „normalen“ Masterstudiengang sind sogenannte Duale Masterprogramme. Das bedeutet, dass die Ausbildung an einer Hochschule mit der Arbeit in einem Unternehmen verbunden wird. Die Studenten sind bei einer Firma angestellt, in der sie Berufserfahrung sammeln können und parallel dazu machen sie ihren Master.

Auch gibt es die Möglichkeit, eine Auszeit von seinem Beruf zu nehmen und einen Masterabschluss zu erwerben. Dies kommt vor allem für diejenigen in Betracht, die sich nach Ihrem Bachelor noch nicht entscheiden konnten oder wollten oder die erst während ihres Berufslebens feststellen, dass sie für weiterführende Posten einen Master benötigen.

Woher kommt das Geld für einen Masterstudiengang?

Einige Masterstudiengänge sind auf den ersten Blick sehr teuer, aber es gibt in Deutschland genügend Möglichkeiten diese aufzufangen. Zudem darf auch nicht vergessen werden, dass bei einem erfolgreichen Abschluss die Türen für hoch dotierte Posten weit offen stehen, so dass sich die Kosten für ein Studium innerhalb kurzer Zeit amortisiert haben. Geld benötigen Studenten für die Studiengebühren, Wohnungsmiete, das Büchergeld und eventuelle Versicherungen. Sind die Eltern nicht in der Lage zu helfen, dann kommt das BAföG in Frage, ein Stipendium oder auch ein Studienkredit.

Es gibt nur noch wenige Bundesländer, die Studiengebühren verlangen, in diesen können sie aber bis zu 1000 Euro pro Semester betragen. Da viele Hochschulen die Höhe der Studiengebühren selber festlegen können, ist es schwierig, einen verlässlichen Betrag für die Master-Studiengebühren zu nennen.

Studierende, die gern ein Semester oder auch die gesamte Studienzeit im Ausland verbringen möchten, müssen sich bewusst machen, dass in diesen Fällen die Kosten noch höher sind, allein schon durch die Fahrtkosten. Aber es gibt Länder wie zum Beispiel die Niederlande, in denen ein Auslands-BAföG bezogen werden kann.