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Berufsbegleitend studieren – große Herausforderung und Chance zugleich

Warum studieren, wenn man doch schon fest im Job steht?

Studentin auf Bücherstapel mit Fernglas in Ferne guckend

© olly – Fotolia.com

Ein Studium neben dem Beruf, bietet sich unter anderem an, wenn Berufstätige das Gefühl haben, dass es auf der Karriereleiter nicht so richtig weiter nach oben geht. Ein berufsbegleitendes Studium ist also durchaus sinnvoll, um die Chance auf einen schnelleren beruflichen Aufstieg und den damit verbundenen höheren Verdienstmöglichkeiten zu verbessern. Es gibt aber auch diejenigen, die sich geistig und fachlich in ihrer momentanen Berufssituation einfach nicht ausgefüllt fühlen und ein solches Studium ganz für ihre persönlichen Bedürfnisse absolvieren. Daher ist es auch nicht unbedingt zwingend notwendig, dass die Thematik eines Studiums mit dem ausführenden Beruf zusammenhängt. Dann gibt es auch noch die Arbeitnehmer, die bislang nicht studiert haben, sondern über eine Ausbildung in ihren Beruf gekommen sind. Für diese Gruppe bietet die Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium die Möglichkeit, sich fachlich zu spezialisieren und ihre praktischen Kenntnisse mit theoretischem Wissen zu erweitern, um einen besseren Überblick über das große Ganze zu haben und Zusammenhänge schneller zu begreifen. Ein großer Vorteil dabei ist, dass man nicht gezwungen ist, seinen bisherigen Lebensstil herunterzuschrauben, da Studierende auch weiterhin auf das Einkommen aus Ihrem Job zählen können.


Was soll man berufsbegleitend studieren und vor allem wie und wo?

Die Wahl eines solchen Studiums setzt voraus, dass man bereit ist, seine freie Zeit dafür aufzuwenden und gegebenenfalls auf Freizeitaktivitäten mit Freunden und der Familie zu verzichten. Das sollte sich im Vorfeld genau überlegt werden, denn ein solches Studium bedeutet auch eine finanzielle Belastung und diese ist nur sinnvoll, wenn man seine gewählten Studiengänge auch ernst nimmt. Es ist also eine Menge Disziplin erforderlich, nicht umsonst gibt es dafür auch den Ausdruck „Selbststudium“. Man ist in diesem Fall nur sich selbst gegenüber verantwortlich, denn es gibt nicht wirklich jemanden, der einem auf die Finger schaut und dafür sorgt, dass man das geforderte Pensum auch absolviert. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen verschiedenen Möglichkeiten berufsbegleitende Studiengänge zu absolvieren. Es gibt zum einen die Variante an einer Abendschule zu studieren, ein Teilzeitstudium oder ein Studium am Wochenende zu wählen oder sich für ein Fernstudium einzuschreiben. Wofür man sich letztendlich entscheidet hängt von der Wahl des Studienfachs und vom Anbieter bzw. der Hochschule ab. Es lässt sich leider nicht alles berufsbegleitend studieren, was sich Interessierte so wünschen und wie man es von einem normalen Vollzeitstudium an der Universität gewohnt ist. Physik, Kunst oder Germanistik sind zum Beispiel nicht möglich. Auch ist es nicht machbar, dass man sich auf dem sogenannten zweiten Bildungsweg beispielsweise zum Arzt, Juristen oder Innenarchitekten ausbilden lässt. Die Bereiche in denen es um Zusatzqualifikationen wie Management, Betriebswirtschaft oder Informatik geht, sind hingegen mit sehr guten Studienmöglichkeiten bestückt und bieten eine große Auswahl an Studiengängen und Hochschulen. Es gibt gute Angebote einen Bachelor in BWL oder einen Master in Medienwissenschaften oder Wirtschaftsinformatik zu machen. Grundsätzlich sind alle Studiengänge auf die besondere Situation eines Berufstätigen zugeschnitten, es wird berücksichtigt, dass sehr viel weniger Zeit zur Verfügung steht, als bei einem normalen Studium und die vorhandene Zeit neben dem Job kann flexibel selbst eingeteilt werden. Das wird durch räumlich ungebundenes Lernen per Studienbriefen und speziellen E-Learning-Programmen ermöglicht. Bei jeder Form des Studierens, bei einem Präsenzstudium am Wochenende oder in einer Abendschule sowieso, aber auch bei einem Fernstudium, gibt es immer wieder Phasen, in denen Zusammenkünfte mit anderen Teilnehmern geplant sind, so dass ein reger Austausch stattfinden kann und vor allem auch ein Motivationsschub gegeben wird. Letzteren benötigt man durchaus mal, wenn man die ganze Zeit allein vor sich hin lernt. Es eignen sich auch Sprachen hervorragend als berufsbegleitendes Studium, auch wenn dies auf den ersten Blick nichts mit dem Beruf zu tun, kann das Erlernen einer Sprache aber für die Zukunft förderlich sein, um auch in anderen Bereichen eines Unternehmens eingesetzt zu werden oder mit bestimmten Projekten im Ausland betraut zu werden. Auch wenn ein berufsbegleitendes Studium nicht unbedingt etwas mit dem momentanen Beruf zu tun haben muss, so empfiehlt sich doch die Wahl eines Fachs, das zumindest einen sekundären Bezug hat, denn so kann Erlerntes gleich „on the job“ angewendet werden.

Master, Bachelor oder Zusatzqualifikation

Welchen Abschluss Studieninteressierte erreichen möchten hängt selbstverständlich davon ab, welche Ziele sie mit einem berufsbegleitenden Studium verfolgen und wie viel Zeit und Geld jemand bereit ist zu investieren. Zusatzqualifikationen zu erwerben, sind die einfachste und zeitlich kürzeste Variante, um sich weiterzubilden. Diese können am besten an Abendschulen oder auch als Fernstudium wahrgenommen werden. Sie sind besonders geeignet, wenn man sich innerhalb seines Betriebes für spezielle zusätzliche Aufgaben oder Projekte empfehlen möchte. Der Bachelor stellt das Grundstudium dar, was früher das Magister oder das Diplom war. Dieses Modell empfiehlt sich für diejenigen, die bisher entweder noch gar keinen Abschluss einer Hochschule haben oder aber in dem angestrebten Fach noch nicht. Ein Master ist die Ergänzung zum Bachelor. Hierbei werden vertiefende Lerninhalte zu einem vorangegangen Grundstudium vermittelt, aber auch die Erschließung neuer Fachbereiche ist möglich. In vielen Bundesländern und teilweise auch an den Hochschulen innerhalb eines Bundeslandes existieren unterschiedliche Mastervarianten, die sich im Aufbau und der Ausrichtung sowie in ihrer Dauer und den Voraussetzungen für eine Einschreibung unterscheiden. Es muss sich im Vorfeld genau informiert und mit dem jeweiligen Institut Kontakt aufgenommen werden, damit es während der Studiengänge nicht zu ungewollten Überraschungen oder Missverständnissen kommt. Häufig fällt der Begriff MBA. Was genau bedeutet das? Ein solches berufsbegleitendes Studium hat den Schwerpunkt Management. Es werden dort alle wesentlichen Funktionen des Managements gelehrt und ist für die Zielgruppe der bereits Studierten wie Juristen, Mediziner, Ingenieure oder auch Geisteswissenschaftler, die eine Position im Management oder ein hohes Amt im öffentlichen Dienst anstreben, gedacht.

Die Finanzierung eines berufsbegleitenden Studiums

Als Erwerbstätige haben es die meisten nicht sehr schwer die Studiengänge zu finanzieren und dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Förderung, die man ausloten sollte:

  • Die eigene Familie ist häufig die erste Adresse, die Studierende aufsuchen, wenn es um eine monetäre Unterstützung geht. Diese ist jedoch meist sehr unterschiedlich und hängt von davon ab, wie gut die finanzielle Aufstellung ist.
  • Es lohnt sich auch ein Gespräch mit dem derzeitigen Arbeitgeber zu suchen, denn Unternehmen übernehmen manchmal auch die Kosten für ein berufsbegleitendes Studium oder beteiligen sich prozentual daran. Dabei muss sich aber jeder im Klaren darüber sein, dass der Druck, einen guten und schnellen Abschluss zu schaffen sehr hoch ist und dass man sich verpflichten muss, noch einige Jahre in diesem Unternehmen zu arbeiten. Denn Arbeitgeber investieren nicht in die Weiterbildung eines Mitarbeiters, um ihn fit für die Konkurrenz zu machen.
  • Die Studiumkosten wie Gebühren, Lehrmaterial und Fahrtkosten können steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden. Dabei gilt aber, dass von dem Studium ein Nutzen ausgehen muss, studiert man nur zum Spaß, wird dies nicht anerkannt. Aber auch hier gilt, die Weiterbildung muss nicht zwingend einen Bezug zum jetzigen Beruf haben.
  • Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gewährt unter 25 –jährigen, die bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, ein Weiterbildungsstipendium mit einem Zuschuss von bis zu 6.000 Euro in einem Zeitraum von drei Jahren.
  • Ein Studienkredit sollte die letzte Möglichkeit sein, die in Betracht gezogen wird, denn dieser ist selbstverständlich immer mit Zinsrückzahlungen verbunden. Aber mittlerweile gibt es einen sehr großen Markt dafür, der viele Angebote mit verschiedenen Konditionen anbietet. Ein genauer Vergleich der Kreditinstitute und der Modalitäten ist sehr zu empfehlen.

 

Übrigens kann die Unterstützung eines Arbeitgebers viele Formen haben wie zum Beispiel:

  • Gewährung von mehr Freizeit für die Qualifikationsmaßnahme in Form von Bildungs- oder Sonderurlaub
  • es wird ein jährlicher Pauschalbetrag als finanzielle Unterstützung gezahlt
  • die Arbeitszeiten werden an die Anforderungen der Studiengänge angepasst
  • ist das Studieren erfolgreich abgeschlossen, bekommt man unter dieser Voraussetzung einen Teil der Kosten oder auch die Gesamtsumme ausgezahlt

 

Als kleiner Tipp zum Schluss:

Wer noch Entscheidungshilfen für sein Fernstudium benötigt, der sollte sich die Termine der bundesweiten Fernstudientage heraussuchen. Dort kann man direkt mit den entsprechenden Anbietern in Kontakt treten und sich intensiv beraten lassen, wenn man berufsbegleitend Studieren möchte. Auch Bewertungen anderer Studierender oder offizielle Tests der Institute, die vom TÜV durchgeführt werden, können sehr hilfreich sein für die richtige Entscheidung bei einem berufsbegleitenden Studiengang.