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Auslandssemester

Up and away – Ich studier’ dann mal woanders!

Studentin mit verschiedenen Länder-Flaggen

© auremar – Fotolia.com

In vielen Studiengängen steht ein Aufenthalt im Ausland auf dem Lehrplan. Mal kann es sich dabei um ein Auslandspraktikum handeln, meist ist jedoch ein Auslandssemester vorgesehen. Vor allem in einem Studium der Anglistik, Romanistik oder Amerikanistik, sowie in einem Fremdsprachenfach auf Lehramt ist ein solcher Aufenthalt unabdingbar. Ein solches Auslandsstudium hat zum Ziel, die zu Hause erlernten Sprachkenntnisse zu vertiefen, zu verfeinern und im sprachlichen Umgang mit Kommilitonen und Dozenten sicherer zu werden. Gleichzeitig muss das Fortkommen an der Uni zu Hause für ein Auslandsstudium nicht unterbrochen werden, denn auch an der Uni, an der man im Rahmen dieses Aufenthalts zu Gast ist, können Kurse belegt werden, um Scheine zu erwerben, welche der Anrechnung im Studium dienen können. Natürlich bedarf ein solcher Aufenthalt einiges an Vorbereitung und Planung, weitere Informationen dazu sowie Vorteile eines Auslandssemesters gibt’s im Folgenden.

Der richtige Zeitpunkt für einen Aufenthalt

Der richtige Zeitpunkt für einen Aufenthalt abroad, bzw. ein Auslandssemester ist gar nicht so leicht zu finden. Ganz zu Beginn des Studiums würde ein solcher Aufenthalt dem zwar einige sprachliche Vorteile bieten, die er zu Hause in den Seminaren und Vorlesungen nutzen könnte, dazu ist es jedoch meist zu früh. Mitten im Bachelor oder Master besteht hingegen die Problematik, dass recht viele Klausuren und andere Prüfungen anstehen, die einen Auslandsaufenthalt erschweren könnten. Der Druck wäre zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich zu hoch. Empfehlenswert ist es deshalb, sein Auslandssemester gegen Ende des zweiten oder zu Beginn des dritten Drittels des Studiums zu absolvieren. So befindet man sich noch nicht im Stress, den Abschlussprüfungen und –arbeiten mit sich bringen, die wichtigsten Scheine hat man jedoch meist bereits erlangt. So kann man die Zeit im Ausland nicht nur dazu nutzen, Kurse zu absolvieren die der Anrechnung dienen, sondern kann den Aufenthalt an der fremden Uni so richtig genießen. Zwar können die gewonnenen Sprachkenntnisse so nicht mehr allzu stark in das eigentliche Studium zu Hause eingebracht werden, dennoch können sie wichtige Vorteile für das Formulieren der Bachelor- oder Master-Arbeit mit sich bringen. In selteneren Fällen schreiben die Hochschulen auch vor, zu welchem Zeitpunkt genau das Auslandssemester wahrgenommen werden soll, somit wird den Studenten in diesem Fall die Entscheidung abgenommen. Zudem sollte man sich vorab informieren, sofern ein konsekutiver Master angestrebt wird, ob der Aufenthalt in die Bachelor- oder die Master-Zeit fällt. Im Folgenden erhaltet ihr wichtige Informationen zur Planung eines Auslandssemesters.

Infos zur Vorbereitung

junge frau mit globus am meer

© contrastwerkstatt – Fotolia.com

Im Vorfeld des Aufenthalts ist es natürlich extrem wichtig, Informationen zu sammeln, die Suche nach möglichen Unis oder Hochschulen international, z.B. in England, Frankreich oder einem anderen Land aufzunehmen – und schließlich mit ihnen und auch den eigenen Dozenten in Kontakt zu treten. Weitere beliebte Ziele für ein Auslandssemester sind die USA und Australien. Im Folgenden findet man einen kurzen Einblick in die wichtigsten Aspekte der Vorbereitung von einem Auslandssemester:

  • Die Wahl des richtigen Zeitpunkts: Natürlich sollte man sich frühzeitig überlegen, zu welchem Zeitpunkt man für ein halbes Jahr lang weggehen möchte. So kann man im Vorfeld bereits wichtige Scheine erlangen und schwierige Prüfungen hinter sich bringen, um den Aufenthalt entspannt angehen zu können. Zudem sollte man einen Zeit-Puffer einbauen, denn es kann passieren, dass die Bewerbung um ein Auslandsstudium nicht beim ersten Mal angenommen wird, weil bereits zu viele Plätze belegt sind – und so muss man einen zweiten Anlauf im Halbjahr darauf wagen.
  • Kontakt zu den Dozenten: Die eigenen Dozenten oder Studiengangleiter sollten frühzeitig auf den Wunsch angesprochen werden, dass man zum gewählten Zeitpunkt ein Semester in England verbringen möchte. Einerseits können sie hilfreiche Tipps zum Aufenthalt geben, andererseits sind sie auch dafür verantwortlich, Empfehlungen zu schreiben. Und da Dozenten und Professoren meist vielbeschäftigt – und zum Teil nicht einmal jeden Tag an der Uni zugegen sind – muss man sie eventuell mehrfach aufsuchen.
  • Kontakt zu den Organisatoren: Die meisten Unis und FHs können bei der Vermittlung weiterhelfen und verfügen über ein Netzwerk an Partnerunis, zum Beispiel im Rahmen des ERASMUS-Programms. Nachdem man zu dem leitenden Dozenten Kontakt aufgenommen und einen Zeitpunkt ausgewählt hat, sollte man also mit den Hochschulverantwortlichen der Studienorganisationen sprechen. Sie geben Auskunft über mögliche Aufenthaltsorte, die freie Platzanzahl an den Unis im Ausland sowie darüber, was bei der Bewerbung und auch beim Studium im Ausland selbst zu beachten ist. Zudem werden die Bewerbungen über Organisationen wie ERASMUS und Co. eingereicht, da diese den Aufenthalt zu einem Teil mitfinanzieren. Die Studierenden erhalten pro Monat dann eine bestimmte Summe, mit der sie beispielsweise die Unterkunft finanzieren können. Alternativ kann ein Auslandssemester mit Agenturen wie College Contact organisiert werden, die offiziell ausländische Hochschulen in Deutschland vertreten. Ein Angebot spezieller Auslandssemester-Programme könnte sich lohnen.
  • Die Bewerbung: Die Bewerbung um ein Auslandssemester gleicht meist einer regulären Bewerbung, allerdings ist hier mindestens ein Empfehlungsschreiben eines zuständigen Dozenten erforderlich.
  • Unterkunft und Co.: Wurde eine Zusage zu einem Aufenthalt an einer Hochschule im Ausland erteilt, gilt es natürlich, sich um Unterkunft und weitere Aspekte zu kümmern. Um mögliche Buchungsalternativen oder Ähnliches sollte man sich bestenfalls bereits während des Bewerbungsprozesses kümmern, da die Zeit nach einer Zusage gegebenenfalls knapp werden kann. Beliebte Unterkünfte für ein Auslandssemester sind Wohnheime der Unis selbst oder auch Studenten WGs in der jeweiligen Stadt oder Region. Zudem sollte man sich – falls erforderlich – auch um ein Visum, eine Auslandsversicherung, ein Auslandskonto und gegebenenfalls um die Untervermietung oder den Auszug aus der Wohnung zu Hause kümmern.
  • Der Stundenplan: Im Vorfeld des Aufenthalts kann man zudem bereits seinen Stundenplan für dieses Semester planen. So behält man den Überblick darüber, welche Kurse und Seminare/Scheine in das eigentliche Studium, das somit nicht unterbrochen werden muss, mit eingebracht werden können.
  • Kontakt zu anderen: Schließlich kann man sich auch mit anderen Studierenden kurzschließen und zu diesem Thema austauschen. Vielleicht gibt es im Jahrgang mehrere Menschen, die gleichzeitig ein Auslandsstudium absolvieren möchten. So wäre man vor Ort nicht auf sich alleine gestellt. Auch die Wohnungsfrage kann man dabei aufgreifen – vielleicht kann man sogar zusammen in eine WG ziehen und sich so die Kosten teilen?

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • Die Sprachkenntnisse werden vertieft
  • Die Aussprache wird natürlicher
  • Die Alltagssprache wird im Umgang mit anderen trainiert
  • Der Wortschatz wird deutlich erweitert
  • Der Sprachfluss bewegt sich weg von der Lehrbuchsprache- hin zu einer natürlichen Sprache
  • Das Studium zu Hause muss nicht unterbrochen werden
  • Auch an der Gastuni können Scheine erlangt und Seminare absolviert werden
  • Man lernt viele, tolle neue Leute kennen
  • Die Selbstständigkeit wird gefördert
  • Neben den Sprachkenntnissen gewinnt man einen umfangreichen Einblick in die Kultur und Geschichte des Landes/Aufenthaltsortes
  • Es bleibt genügend Freizeit zum Bummeln, Feiern und Entspannen